Abteilung Fußball, A- bis G-Junioren:
SG Auerbach (SV 08 Auerbach + ASV Michelfeld).
Siehe Facebook-Seite im Internet.
Spielpläne A-, B1-, B2-, D1-, D2-, E1-, F1- und F2-Junioren in der Herbstrunde 2020: Siehe bfv.de. [G-Junioren: Nur Turniere].

Erläuterung zur Beitragsanpassung ab dem Kalenderjahr 2020:
Die neue Staffelung der Vereins-Mitgliedsbeiträge und eine entsprechende Begründung hierfür steht als pdf-Dokument zum Herunterladen und Ausdrucken unter Downloads/Verein zur Verfügung [Stand: Montag, 15. Juli 2019, 22.45 Uhr]. Zudem ist der komplette Text in der Rubrik "Aktuelles" (auf der Startseite) mit der Überschrift "Vereins-Beitragsanpassung ab Kalenderjahr 2020" seit Dienstag, 16. Juli nachzulesen.

Der Mitgliedsbeitrag wird zu gleichen Teilbeträgen zwei Mal im Jahr (im Februar und im August) als "Halbjahres-Mitgliedsbeitrag" per Lastschrift abgebucht.
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Seit Mittwoch, 8. Juli:
Gemäß Beschluss der Bayerischen Staatsregierung vom Dienstag, 7. Juli (Kabinetts-Sitzung mit anschließender Pressekonferenz) gilt folgendes: Fußball-Training (mit Körperkontakt) in Bayern ist zugelassen, sofern in festen Trainingsgruppen trainiert wird - siehe Update BFV-Leitfaden.

Seit Mittwoch, 29 .Juli (bis einschließlich Freitag, 18. September):
Fußball-Freundschaftsspiele ("Trainingsspiele ohne Zuschauer") im Bundesland Bayern sind zugelassen. Dabei sind der BFV-Leitfaden und ein Hygienekonzept zu beachten.


 


 


 

 

 

Sich kreativ fit halten

Fitness-Studio HUMAN hofft auf baldige Wiedereröffnung – sportliches Angebot individuell und online – Geschäftsführer und zugleich „Chef-Trainer“ im Interview

Auerbach/Michelfeld (obl)
Derzeit erleben alle Sportler keine einfache Zeit – sowohl die Profis, als auch die ambitionierten Amateure oder einfach nur diejenigen, die sich in der Freizeit sinnvoll körperlich betätigen. Ein moderner Auerbacher Fitness-Tempel geht seit fünf Wochen ideenreich und zuversichtlich mit der aktuellen Lage in der „Corona-Krise“ um.

Der Michelfelder Florian Denk ist seit rund drei Jahren Geschäftsführer von HUMAN, das in Auerbach Personal-Group-Training mitausgebildeten Übungsleitern anbietet. Anfang 2017 wurden die Räumlichkeiten mit der Adresse Grünhof 35c  gemietet und umgebaut, so dass 110 Quadratmeter Trainingsfläche und 20 für Umkleiden und sanitäre Anlagen entstanden. Im September 2017 fand die Eröffnung statt. Seitdem ist das Studio vor allem für kleinere Gruppen und auch Mannschaften, die im Wettkampf-Spielbetrieb organisiert sind (zum Beispiel Fußball- und Handballteams in der Region) in der Sommer- und/oder Winterpause sehr beliebt.  Die Anzahl der Mitglieder beziehungsweise Kunden ist nicht unerheblich.

Der 31-Jährige Denk spielte bis vor etwa sechseinhalb Jahren noch Fußball beim ASV Michelfeld II (damals in der B-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund), als er seinen zweiten Kreuzbandriss erlitt und folglich diese Karriere beendete. Diese schwere Knieverletzung passierte am 29. September 2013 im Heimspiel gegen die SpVgg Obertrubach (3:3) in der 44. Minute. Denk (Vize-Kapitän, Spielführer Nummer eins Stefan Linhardt war seit einigen Wochen verletzt) fungierte in seinem letzten Spiel als „Captain“ und war als offensiver Außenbahnspieler aufgestellt, zumal er eine Saison vorher (2012/2013) auch als Stürmer in 21 Spielen sechs Tore erzielte.


Florian Denk.
Foto: Privat.

Sportreporter Ralph Strobl hat in dieser Woche Florian Denk befragt. Vier Fragen – vier Antworten:

Kundentreue und positive Grundeinstellung

Guten Tag Herr Denk. Seit wann hat das Auerbacher Fitness-Studio HUMAN wegen der Corona-Pandemie geschlossen und werden seitdem Kurse oder Workout-Tipps online angeboten?
Florian Denk: Wir haben seit 17. März offiziell wegen der Auflagen zur Beschränkung der Ausbreitung des Corona-Virus geschlossen. Am letzten Tag vor der Schließung haben wir einen kostenlosen Verleih unserer Sportgeräte an unsere Humans organisiert. Sie haben nun zum Beispiel Springseile, Gummibänder, Faszienrollen et cetera  zu Hause und können diese in der freien Zeit sinnvoll zum Üben nutzen. Zusätzlich stellen wir jeden Tag neue Trainingseinheiten inklusive Warm-up, Rumpfkräftigung, Herz-Kreislaufanregung und Cool-down in unsere WhatsApp-Gruppe. Bei Fragen oder dem Wunsch um Hilfestellung steht ein ausgebildeter Trainer per Video-Chat zur Seite und hilft immer gerne weiter. Und als schöner Nebeneffekt werden die Übungen innerhalb der Gruppe in verschiedenen Ausführungen diskutiert und mit neuen Ideen kombiniert.  Ebenfalls aus dieser Situation geboren ist ein Wettbewerb mit spannenden Geschicklichkeits- sowie Koordinationsübungen im Stil von „Schlag den Raab“. Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund und der soziale Kontakt bleibt immerhin auf digitaler Ebene erhalten.

In Deutschland trainieren rund elf Millionen Menschen in Fitness-Studios. Wieviele „Kunden“ sind bei Ihnen  betroffen und wie gehen Sie als Betreiber von HUMAN mit laufenden Nutzungsverträgen und eventuell möglichen Kündigungen (von Mannschaften, Gruppen und Einzelpersonen) um?
Florian Denk: Unser Sportbetrieb ist vollständig eingestellt und dementsprechend betrifft es alle, die bei uns aktiv waren.  Glücklicherweise pflegen wir innerhalb unserer Gruppe ein freundschaftliches und verständnisvolles Verhältnis, also ein humanes Miteinander. Wir stellen seit dem ersten Tag der Schließung Gutscheine aus, die nach der Wiedereröffnung eingelöst werden können. Die angesammelten Gutscheine können eingetauscht werden, wenn man wieder mehr Zeit für Sport hat, wie z. B. in den Wintermonaten. Dank dieser Methode entsteht für beide Seiten eine Win-win-Situation und wir sind unseren Humans sehr dankbar für ihre Unterstützung und Treue.

Falls die staatlich und weltweit aus gesundheitlichen Gründen nachvollziehbar angeordnete Schließung für ihre Branche noch länger dauert: Wie lange kann ihr Fitness-Studio ohne Nutzung „überleben“ oder ist es in einigen Monaten von der Komplett-Schließung beziehungsweise Insolvenz bedroht?
Florian Denk: Wir kleben, wie viele andere bestimmt auch, bei jeder Pressekonferenz zu diesem Thema an den Lippen der Redner und erhoffen uns positive Nachrichten für die Wiedereröffnung unserer Sportstätte, auch  wenn dies sinnvoller Weise nur mit Sicherheitsauflagen einhergehen kann. Wir denken aktuell von Woche zu Woche und sehen hoffnungsvoll in die Zukunft.

Abschließend bitte noch ein positiver Ausblick: Welchen Ratschlag geben Sie den Aktiven derzeit und wann können Sie sich vorstellen, HUMAN unter gewissen Voraussetzungen und Regeln wieder zu öffnen?
Florian Denk: Gerne! Gewiss hat diese gesamte Situation auch seine guten Seiten und viele Menschen wurden wieder zurückerinnert an wirklich wichtige Werte wie Dankbarkeit, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, aber auch Gesundheit. Allen Aktiven würde ich in der aktuellen Situation zur Ergänzung zum Ausdauertraining (beispielsweise Joggen oder Radfahren) ein Kraft-Ausdauer-Training mit Fokus auf Körperspannung und Koordination mit niedriger Belastung empfehlen, z.B. Plank halten, mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen oder Seilspringen. Geringe Belastung deswegen, weil das Immunsystem nach einer (hoch-)intensiven Belastung erst einmal runterfährt und es Viren innerhalb dieses Zeitfensters besonders einfach haben („open window“). Außerdem: Warum diese besondere Zeit nicht mal für ein besonderes Training nutzen? Wir haben in unserer Gruppe zum Beispiel gerade einen Jonglierkurs per Video-Anleitung laufen. Das reaktiviert Fähig- und Fertigkeiten, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt und noch weniger, dass man sie gezielt trainieren kann, wie beispielsweise Kopplungs-, Umstellungs- oder Rhythmisierungsfähigkeit. Wir können uns gut vorstellen, Human unter gewissen Voraussetzungen und Regeln wiederzueröffnen. Bei uns sind gut umsetzbare Möglichkeiten: Zum Beispiel unsere bereits jetzt kleinen Gruppen weiter zu verkleinern, kurze Aufenthaltsdauer (Umziehen und Duschen Zuhause), erweiterter Sicherheitsabstand oder gar Workouts im Freien. Ein weiterer Pluspunkt unseres Trainings ist, dass wir auf die Verwendung von Geräten komplett verzichten können und stattdessen reine Körpergewichtsübungen absolvieren. Somit entfällt das Risiko einer Übertragung der Viren mittels Oberflächenkontakt. Langfristig gesehen ist der beste Schutz ein gesundes Immunsystem herzustellen und eine gewisse Portion Standardhygiene an den Tag zu legen. Zur Verbesserung der Immunabwehr leisten auch wir unseren Beitrag und starten mit neuen Einsteigerkursen in die Zeit „danach“. Weitere Infos unter www.human-auerbach.de

Wir wünschen allen Lesern und allen Humans (und die, die es noch werden wollen) eine gute, erholsame und dennoch wertvolle Zeit. Bleibt gesund und wir freuen uns schon sehr auf das nächste gemeinsame Training.

Vielen Dank für das Interview.

ASV mit Breitensport ausgezeichnet

Michelfeld (obl)
Am Montag in dieser Woche erhielt der ASV Michelfeld (Stadtgebiet Auerbach i.d.Opf.) erfreulicherweise eine E-Mail aus München. Das Pluspunktbüro des Bayerischen Turnverbandes sendete ein Zertifikat und eine Urkunde für ein sportliches Angebot des Vereins in der Abteilung Fitness.

Damit ist der Kurs „Bewegen statt schonen – ein Ganzkörperkräftigungsprogramm“ von Übungsleiterin Ingrid Leisner gemeint, der nun von März 2020 bis 2. April 2023 offiziell qualifiziert durchgeführt werden kann.

„Herzlichen Glückwunsch zum Erhalt des Prädikates "Pluspunkt Gesundheit.DTB" bzw. "Sport Pro Gesundheit". Ihr Angebot wurde gleichzeitig mit dem Siegel "Deutscher Standard Prävention" der Zentralen Prüfstelle Prävention  ausgezeichnet“, schreibt Ildiko Berekmery aus der Bayerischen Landeshauptstadt vom zuständigen Verband.

Ergänzend informiert die Turn-Organisation wie folgt: „Ihre ausgezeichneten Angebote werden unter www.pluspunkt-gesundheit.de und unter www.sportprogesundheit.de veröffentlicht. Darüber hinaus bieten die meisten Krankenkassen Präventions-Angebotssuchen für ihre Versicherten an, bei denen auch Ihre Pluspunkt-Angebote enthalten sind“.


Zertifikat.


Urkunde.

 

 Logo.

Mehr als „nur Fußball“

ASV-Winter-Neuzugang Scheidler im Interview  - Punktspiel-Einstand wegen Corona-Pandemie derzeit nicht möglich

Michelfeld/Königstein (obl)
Als leidenschaftlicher Amateurfußballer, der diese Volkssportart „liebt“, leidet derzeit jeder – denn wegen Corona pausiert verständlicherweise und mindestens noch einige Wochen  in den unteren Ligen in Bayern die „schönste Nebensache der Welt“ . Besonders bitter ist es für Spieler, die erst in der Winterpause den Verein gewechselt haben und auf ihren ersten Einsatz im neuen Trikot brennen – so zum Beispiel der „Neu-Michelfelder“ Thomas Scheidler.

Der großgewachsene Offensivspieler, der in Sulzbach-Rosenberg arbeitet, spielte in der Vorrunde bis zum 12. Oktober (4:1 gegen den TuS Rosenberg)  unter dem neuen Trainer Roland Winkler noch für den TSV Königstein und erzielte in dieser Phase fünf Tore in zwölf Spielen. Am 20. Dezember wurde dann der Wechsel zum ASV Michelfeld, aktuell Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund, offiziell und der Transfer wurde am ASV-Neujahrsempfang am 4. Januar im Sportheim den Mitgliedern verkündet. Scheidler spielte jahreslang mit und unter Christian Ringler in Königstein, der seit Sommer 2019 Spielertrainer beim ASV Michelfeld im Stadtgebiet von Auerbach ist.

Torjäger und Vorlagengeber

Bei seinen bisherigen Vereinen war er regelmäßig an Toren beteiligt – sei es als Schütze oder als Assist. In seiner ersten Saison für den TSV Königstein (Aufstiegs-Saison von der Kreisklasse Süd in die Kreisliga Süd Amberg/Weiden 2014/2015) erzielte er in 26 Spielen 32 Treffer. Beim ASV Michelfeld kam er in der Wintervorbereitung im Februar 2020 zu vier Einsätzen – drei in der „Ersten“ (null Tore und null Vorlagen) und einen in der zweiten Mannschaft (null Tore und eine Vorlage). Die Aktionen und das Zusammenspiel mit seinen neuen Mannschaftskameraden wurden von Mal zu Mal besser.


Thomas Scheidler.
Foto: Ralph Strobl.

Reporter Ralph Strobl hat den vielseitigen Vollblut-Kicker, der Ende März (mitten in der Corona-Zeit)dreißig wurde, am zweiten Mittwoch im April interviewt. Vier Fragen – vier Antworten:

Hallo Herr Scheidler. Nach deinem Wechsel im Dezember vom Kreisligisten TSV Königstein zum Kreisklassisten ASV Michelfeld wäre für dich das erste Punktspiel im neuen Trikot am 15. März gegen den SV Kirchenbirkig/Regenthal gewesen. Aber seit dem 13. März ruht der Spielbetrieb wegen Corona bis auf Weiteres. Hattest Du seitdem mit dem Spielgerät Fußball Kontakt (zum Beispiel in der Wohnung oder im Garten) und/oder trainierst Du (mit dem wöchentlichen Trainingsplan des ASV-Coaches) derzeit im Rahmen deiner beruflichen Schichtarbeit?
Thomas Scheidler: Mir geht es zum Glück gut bis auf die Langeweile und die Sehnsucht nach Fußball. Ich hatte leider keinen Ball mehr am Fuß. Ich halte mich mit dem Trainingsplan vom Coach in der Wohnung fit. Nur Spaß macht es mir nicht so wirklich.

Du stammst aus Nordrhein-Westfalen (ein Bundesland, das ähnlich wie Bayern mit hohen Pandemie-Infektionszahlen betroffen ist) und hast beim SV Schlebusch (bei Leverkusen) in der Landesliga und Bezirksliga gespielt. Wie geht es deiner Familie und Bekannten dort derzeit?
Thomas Scheidler: Meiner Familie und meinen Freunden geht es gut. Ich kenne auch zum Glück keinen, den es mit dem Virus erwischt hat. Ich hoffe, es bleibt auch dabei.

Wie gefällt es Dir – nach nun über zwei Monaten (Trainingsauftakt war am 31. Januar) – beim ASV Michelfeld? Ein Rheinländer in der schönen Oberpfalz …
Thomas Scheidler: Ich bin ja jetzt schon seit sechs Jahren in der Oberpfalz und mir gefällt es hier wirklich gut. Beim ASV bin ich vom ersten Training und Kennenlernen an super aufgenommen worden. Der Coach hat mir vorher ja schon so einiges über die Jungs erzählt und es hat sich bestätigt. Die Trainingsbeteiligung und der Zusammenhalt auch außerhalb vom Sportplatz ist super.

Abschließend noch eine Kommunikations-Frage: Deine neuen Mitspieler in Michelfeld haben Dich nach wenigen Tagen auf den Namen „Siggi“ getauft. Wie entstand dieser, ist dies okay oder willst Du lieber mit deinem Rufnamen „Tommy“ beim Fußball angesprochen werden?
Thomas Scheidler: "Tommy" ist schon immer mein Spitz- und Rufname gewesen. Ich finde das mit "Siggi" schon lustig und habe auch nichts dagegen wenn die Jungs mich so nennen. Ich glaube das kommt von den "Franken Animals" und da gibt es einen "Seidlaas Siggi". Näher gehe ich besser nicht darauf ein;-).

Vielen Dank für das Interview.

Info-Box:
Thomas Scheidler (30 Jahre). Wohnort: Königstein. Spielposition: Offensives Mittelfeld und Angriff. Bisherige Vereine: SV Schlebusch (Bezirksliga und Landesliga, bis 2013/2014), TSV Königstein (Kreisklasse und Kreisliga, 2014/2015 bis 2015/2016), SV Sorghof (Landesliga, 2016/2017 bis Winterpause), TSV Königstein (Kreisliga, ab Dezember 2016 bis 12. Oktober 2019), ASV Michelfeld (Kreisklasse, seit Dezember 2019).

Vorstand und Trainer sind sich einig

Gut aufgestellter ASV geht sorgfältig inklusive positiver Grundstimmung mit der “Corona-Krise“ um – Thomas Gsell und Christian Ringler im Doppel-Interview

Michelfeld (obl)
Die „schönste Nebensache der Welt“ (Fußball) kann aus nachvollziehbaren Gründen seit über zwei Wochen und wohl leider noch länger nicht ausgeübt werden. Auf allen Ebenen in der Welt wird seit Monaten quasi fieberhaft an der Bekämpfung des allgemein bedrohlichen Szenarios mit dem Corona-Virus gearbeitet. Im Amateursport – in Franken und auch in der nördlichen Oberpfalz – machen sich Vereine über ihre Zukunft Gedanken.

Um seine Vereinsmitglieder, Spieler, Zuschauer und Fans sowie die Öffentlichkeit über den aktuellen Status Quo zu informieren, hat Berichterstatter Ralph Strobl 18 Tage nach dem Fußball-Shutdown (Freitag, 13. März) am Dienstag, 31. März den Vorstand Sport Thomas Gsell und den Spielertrainer der 1. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld (Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund) Christian Ringler per E-Mail-Interview befragt.


Thomas Gsell.
Foot: Ralph Strobl.

Die Lage

Zunächst ein umfassender Situationsbericht:

In Bayern wurden am Montag die allgemeinen Ausgangbeschränkungen, die zunächst für zwei Wochen galten (21. März bis 3. April), bis einschließlich Ende der Osterferien (Sonntag, 19. April) verlängert.

Am Dienstag ab 10.30 Uhr fand online eine DFL-Mitgliederversammlung aller Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga statt. Der Spielbetrieb bleibt bis mindestens 30. April ausgesetzt. Ab dem ersten Mai-Wochenende soll in den beiden obersten Ligen in Deutschland ohne Zuschauer gespielt und die Saison möglichst bis 30. Juni beendet werden. Für Profis und das Personal sind vor einem Spiel Corona-Tests geplant. Bis einschließlich Sonntag, 5. April gilt die Regel, dass nur Individualtraining (kein Mannschaftstraining) durchzuführen ist. Die nächste DFL-Sitzung, auf der weitere Änderungen beschlossen werden können, ist für Freitag, 17. April angesetzt.

In der vergangenen Woche führte der Bayerische Fußball-Verband mit allen seiner acht Verbandsligen (Regionalliga, zwei Bayernligen und fünf Landesligen) sogenannte „Webinare“ (Online-Konferenzen) durch und erwähnte dabei auch vier mögliche Szenarien für den Spielbetrieb (der dort bis 24. Mai angesetzt war): Reguläres Ende der Saison (Fortsetzung ab Tag X bis zum letzten Spieltag, auch über den 30. Juni hinaus), Play-Off-Spiele (zur Ermittlung der Auf- und Absteiger), Abbruch der Saison 2019/2020 (keine Auf- und Absteiger, Neustart des Spielbetriebes im Juli oder August für 2020/2021) oder Einfrieren der bisherigen Resultate und Platzierungen, um eventuell im März 2021 mit diesem Status Quo weiterspielen zu können.

Im Spielkreis Amberg/Weiden mit 14er Ligen waren Spiele vom 29. März bis 24. Mai vorgesehen. Einzelne Nachholspiele sollten am 22. März stattfinden. An vergangenen Samstag (28. März) fanden um 10 und um 12 Uhr „Webinare“ des Bayerischen Fußballverbandes für die Region Amberg/Weiden (betreffend unter anderem den SV 08 Auerbach, TSV Königstein, SC Kirchenthumbach und SC Eschenbach) statt. In diesen „Kreis-Online-Treffs“ tauschen sich angemeldete Vereinsvertreter mit ihrem zuständigen Kreisspielleiter und einem BFV-Moderator  zur Corona-Krise aus. Es geht dabei um Fragen, Problemstellungen und Lösungsansätze.

Für Erlangen/Pegnitzgrund werden diese Webinare für Samstag, 4. April, 18 Uhr und Montag, 6. April, 18 Uhr online angeboten. Am Freitag (27. März) erhielten alle Vereine dieser Region via BFV-Postfach eine entsprechende Einladung per E-Mail, sich vorab anzumelden und daran teilzunehmen. Der erste Spieltag nach der Winterpause (14./15. März) wurde in Erlangen/Pegnitzgrund unmittelbar davor am Freitag,  13. März gecancelt. Die Saison auf Kreisebene ist gemäß Rahmenterminkalender mit 30 Spieltagen bis 14. Juni angesetzt. Einige wenige Vereine hätten sogar noch 17 Punktspiele – in acht Wochen (nach den Osterferien ab 20. April an gerechnet), inklusive des bisher noch spielfreien langen Pfingst-Wochenendes vom Samstag, 30. Mai bis Montag, 1. Juni.

Vier Fragen – acht Antworten:

Hallo Herr Gsell, Hallo Herr Ringler. Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht´s? Und: Gab/Gibt es in der Abteilung Fußball des ASV Michelfeld Infizierte und/oder Personen in Quarantäne wegen dem Corona-Virus?
Christian Ringler: Aktuell ist alles andere als Gesundheit die Nebensache. Ich habe aktuell noch das Glück, das mir in Familie, Freunden, Fußball und Arbeit kein Fall bekannt ist. Ich hoffe das bleibt für die Zukunft auch so. Und wünsche allen beste Gesundheit!
Thomas Gsell: Ich kann mich da Christians Worten nur anschließen. Es ist wichtig, dass die gesamte Gesellschaft in diesen schweren Zeiten zusammenhält, und jeder seinen Beitrag leisten muss. Auch der ASV Michelfeld als Verein hält sich natürlich an die Vorgaben aus Verband und Regierung um die Pandemie entsprechend zu bekämpfen.  Auch im meinen persönlichen Umfeld, Familie und Arbeit ist bis jetzt glücklicherweise noch kein bestätigter Fall bekannt.

Christian Ringler.
Foto: Ralph Strobl.

Wie halten sich die Aktiven der „Ersten“ derzeit (in Bayern herrscht Trainings- und Spielverbot bis 19. April) kreativ körperlich fit und welche Maßnahmen (zum Beispiel Einkaufshilfe) werden aktuell im Vereinsumfeld durchgeführt?
Thomas Gsell: Die Aktion vom Kirwaleut-Verein (sind auch viele Fußballer und Gardemädels vom ASV dabei) finde überragend und zeigt, dass unsere Dorfgemeinschaft zusammen hält, wenn es darauf ankommt.
Christian Ringler: Ja, die Mannschaft und ich haben Ziele für die Saison, deshalb machen wir mindestens drei Mal pro Woche was. Ein Training ist individuell, wo die Jungs einen Lauf selbst für sich absolvieren sollen. Zwei weitere Trainingseinheiten pro Woche erarbeite und ich gebe diese den Jungs vor. Die Einheit werden in kleinen Vierergruppen via Videokonferenzen durchgeführt. Hier sind wir dann im Cardio- und Kraftbereich unterwegs. Diese Woche wird der Trainer sogar noch ein Trainingsvideo für die Jungs erstellen. Die Jungs beziehungsweise deren Mädels, ich glaube dies geht von den Kirwaleuten aus, haben einen Einkaufsservice für ältere Leute ins Leben gerufen. Tolle Sache muss ich sagen!

Die Gesundheit ist das Wichtigste und es ist (nach dem Fußball-Shut-Down am 13. März) noch nicht absehbar, wann wieder Fußball gespielt werden kann – bei den Profis und bei den Amateuren. Es werden derzeit intern (beim Verband) und in Umfragen (auf Online-Portalen) verschiedene Szenarios diskutiert, wann und wie es (auch in den unteren Ligen) weitergehen könnte. Welche Alternativen schätzen Sie als sinnvoll, umsetzbar und allgemein fair ein? Es drohen möglicherweise auch „Geisterspiele“ (ohne Zuschauer) im Amateurbereich …
Thomas Gsell: Grundsätzlich ist das eine sehr schwierige Frage, die man auch sehr Unterschiedlich betrachten muss. Im Profi-Bereich geht es um sehr viel Geld. Diese Vereine sind  Wirtschaftsunternehmen mit vielen Mitarbeitern. Hier geht es neben den gesundheitlichen Risiken auch um die Existenzen vieler Menschen. Deshalb kann ich auch die Diskussionen um Geisterspiele usw. verstehen, um zumindest Fernseheinnahmen zu generieren. In den unteren Amateurligen ist, aus meiner Sicht, die Situation eine andere. Hier kann nur das Gebot sein: Die Gesundheit aller Spieler, Schiedsrichter, Betreuer und Zuschauer bestmöglich zu Schützen! Der Spielbetrieb kann nur dann aufgenommen werden, wenn es vom Verband und Regierung „grünes Licht“ gibt, und die Spiele auf normalen Weg durchgeführt werden können. Geisterspiele in diesen Amateurbereichen/-ligen sind aus meiner Sicht keine Option, und auch gar nicht durchführbar. Ob die Saison abgebrochen oder in irgendeiner Form durchgeführt wird, hängt einzig und allein am Verlauf der Pandemie ab. Natürlich muss der Verein auch Kosten tragen und die Einnahmen aus dem laufenden Spielbetrieb fehlen jetzt natürlich.  Aber der ASV Michelfeld hat hier in Jahrzehnte langer Arbeit den Verein finanziell auf sehr gute Beine gestellt, sodass uns diese Krise nicht aus der Bahn werfen wird.
Christian Ringler: Ich hoffe, dass es irgendwie mit der Saison weiter geht, in welcher Form auch  immer. Wir sind für alles offen, solange die Sicherheit meiner Jungs nicht gefährdet ist. Für mich wäre wichtig, dass die erarbeiteten Resultate nicht einfach gestrichen werden. Wir alle (Fußballer, Betreuerteam, der gesamte Verein) haben hier hart dafür gearbeitet und da wo wir aktuell stehen, das kommt nicht von ungefähr.  Geisterspiele finde ich in den unter Ligen sehr schwierig, da jeder Verein auf Einnahmen am Spieltag angewiesen ist.

Jede Krise beinhaltet Risiken aber auch Chancen, gestärkt daraus hervorzugehen. Was wünschen Sie sich allgemein (für die Gesellschaft) und speziell (für den Fußball)?
Thomas Gsell: Ich wünsche mir, dass diese Solidarität und Hilfsbereitschaft, die in dieser Krise entstanden ist, auch weiterhin in der gesamten Gesellschaft bestehen bleibt.
Christian Ringler: Thomas hat mir bei der letzten Antwort aus dem Herzen gesprochen.

Ein Jahr Pause!?

Der renommierte Virologe Christian Drosten prophezeit angesichts der Coronakrise ein Schreckensszenario mit Geisterspielen im Fußball über viele Monate: „Ich glaube überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben“, sagte Drosten Mitte März dem „stern“. Das würde bedeuten, dass die Bundesliga erst im März 2021 wieder mit Zuschauer spielen kann.

Drosten erwartet in Sachen Freizeitaktivitäten wie dem Fußball auf absehbare Zeit keine Rückkehr zur Normalität in öffentlichen Einrichtungen. „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten“, meinte der Leiter der Virologie der Charite in Berlin.

In diesem Zusammenhang erhält der Begriff „Sabbat-Jahr“ in der Sportwelt eine ganz neue Bedeutung.

obl.

Aktiv gelebte Solidarität

Auerbacher Umland hilft sich in der Corona-Krise – Kirwa-Vorstand im Interview

Michelfeld (obl)
Not macht erfinderisch. Ein hervorragendes Beispiel, wie verantwortungsbewusst die jüngere Generation mit älteren Mitbürgern in der derzeit weltweit ernsten Lage umgeht, ist der Einkaufsservice der Michelfelder Kirwaleit e.V. im Stadtgebiet von Auerbach. Am vergangenen Freitag wurde diese Initiative im Internet und in hiesigen Geschäften verbreitet.

Seit einigen Tagen läuft nun dieses Angebot für die gefährdete Zielgruppe in der gegenwärtigen Corona-Pandemie-Phase. Wer in Michelfeld, Nasnitz, Pferrach, Saaß und Weidlwang Hilfe bei täglichen Einkäufen benötigt, kann sich gerne von Montag bis Samstag von 10 bis 14 Uhr bei den angegebenen Ansprechpartnern melden und Bestellungen in Auftrag geben. Die freiwilligen Helfer der „Kirwaleit“ kaufen dann ein und liefern die Ware täglich ab 17 Uhr. Die Bezahlung erfolgt nach Lieferung.

Redaktionsmitarbeiter Ralph Strobl hat am Dienstagabend den Ersten Vorstand der Michelfelder Kirwaleit e.V. Julian Thumbeck (24) befragt, der im Sinne aller Helfer sehr schnell und bereitwillig Auskunft gab.

Juklian Thumbeck.
Foto: Ralph Strobl.

Seit fünf Tagen (Freitag, 20. März) bietet ihr als Kirwaleit Michelfeld in Zeiten der weltweiten Corona-Krise einen Einkaufservice für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen in der Michelfelder Umgebung an. Wie entstand die Idee und wieviele Helfer sind im Einsatz?
Thumbeck: Wir haben unsere Aktion am 23.03.2020 gestartet. Die verkündeten Ausgangsbeschränkungen waren für uns ausschlaggebend, dass wir unseren Mitmenschen in dieser schwierigen Zeit helfen wollen. Zudem bieten seit letzter Woche auch einige gemeinnützige Vereine in ihrer Umgebung Hilfe an und daraus entstand die Initiative von den Aktiven des Vereins „Michelfelder Kirwaleit e.V.“ auch in unserer Umgebung diesen Service anzubieten. Bei der Nachfrage innerhalb unserer Kirwajugend, wer bereit wäre diese Aktion zu unterstützen, haben wir erfreulicherweise sehr viel positive Resonanz bekommen und es entstand eine Gruppe aus fast 20 Leuten.

Wie viele Personen versorgt ihr derzeit, wie alt sind diese (Jüngste/Älteste) und aus welchen Ortteilen stammen diese?
Thumbeck: Eine pauschale Aussage zu der Anzahl und dem Alter gibt es nicht. Wir haben auf unserem Flyer geschrieben, dass wir den Service für alle Senioren und Menschen mit Vorerkrankung anbieten. Folglich kann bei uns jeder aus den beschriebenen Segmenten anrufen. Wir haben schon viele positive Rückmeldungen zu unserer Bereitschaft bekommen und würden uns sehr freuen, wenn wir möglichst vielen Mitmenschen helfen können. Bei den Ortsteilen haben wir uns auf Michelfeld inklusive Nasnitz, Pferrach, Saaß und Weidlwang begrenzt, da es beispielsweise für die Umgebungen Gunzendorf und Auerbach bereits eigene Koordinatoren gibt. Dazu muss man jedoch sagen, dass wir seit heute Abend (Dienstag, Anm. d. Red.) mit der Organisation "Auerbach - jetz helf i" zusammen arbeiten.

Funktioniert derzeit der „Service“ oder braucht ihr personell beziehungsweise organisatorisch noch Unterstützung?
Thumbeck: Aus der Gruppe der Michelfelder Kirwaleit sind dankenswerterweise sehr viele freiwillige Helfer bei der Organisation und Umsetzung des Einkaufsservice zusammengekommen. Daher sind wir gut aufgestellt.

Wie geht ihr allgemein mit der Situation um und was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Thumbeck: Als Gruppe von Jugendlichen, die die Tradition auf dem Dorf aufrechterhalten will, ist es uns vor allem wichtig, dass Jung und Alt zusammenhalten. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist die Gemeinschaft auf dem Dorf und die Unterstützung von Risikogruppen von großer Bedeutung. Im Gegenzug können wir uns auch jederzeit auf die Hilfe der umliegenden Generationen stützen und sind somit froh, wenn wir ihnen mit dieser Aktion in gewissen Rahmen etwas zurückgeben können.



Kirwajugend Michelfeld.
Foto: Privat.

Info-Box:
Einkaufsservice der Michelfelder Kirwaleit e.V.. Bestellmöglichkeit per Telefon oder Nachricht (WhatsApp/E-Mail): Kontaktpersonen sind Nadine Metschl (0151/23364196) und Miriam Lindner (0151/50769429). E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

obl.

Zusätzliche Informationen