Abteilung Fußball, A- bis G-Junioren:
SG Auerbach (SV 08 Auerbach + ASV Michelfeld).
Siehe Facebook-Seite im Internet.
Spielpläne A-, B1-, B2-, D1-, D2-, E1-, F1- und F2-Junioren in der Herbstrunde 2020: Siehe bfv.de. [G-Junioren: Nur Turniere].

Erläuterung zur Beitragsanpassung ab dem Kalenderjahr 2020:
Die neue Staffelung der Vereins-Mitgliedsbeiträge und eine entsprechende Begründung hierfür steht als pdf-Dokument zum Herunterladen und Ausdrucken unter Downloads/Verein zur Verfügung [Stand: Montag, 15. Juli 2019, 22.45 Uhr]. Zudem ist der komplette Text in der Rubrik "Aktuelles" (auf der Startseite) mit der Überschrift "Vereins-Beitragsanpassung ab Kalenderjahr 2020" seit Dienstag, 16. Juli nachzulesen.

Der Mitgliedsbeitrag wird zu gleichen Teilbeträgen zwei Mal im Jahr (im Februar und im August) als "Halbjahres-Mitgliedsbeitrag" per Lastschrift abgebucht.
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Seit Mittwoch, 8. Juli:
Gemäß Beschluss der Bayerischen Staatsregierung vom Dienstag, 7. Juli (Kabinetts-Sitzung mit anschließender Pressekonferenz) gilt folgendes: Fußball-Training (mit Körperkontakt) in Bayern ist zugelassen, sofern in festen Trainingsgruppen trainiert wird - siehe Update BFV-Leitfaden.

Seit Mittwoch, 29 .Juli (bis einschließlich Freitag, 18. September):
Fußball-Freundschaftsspiele ("Trainingsspiele ohne Zuschauer") im Bundesland Bayern sind zugelassen. Dabei sind der BFV-Leitfaden und ein Hygienekonzept zu beachten.


 


 


 

 

 

Auf und neben dem Platz ein Vorbild

Jubilar mit interessanten Rückblick, Status Quo und Ausblick– ehemaliger Zweiter Vorstand und Torschützenkönig des ASV im Interview

Einhausen/Michelfeld (obl)
Sportliche Verbindungen kann niemand trennen. Siegfried Raß ist zwar nun schon seit einigen Jahren in rund 300 Kilometer Entfernung von seiner Heimat Michelfeld „dahoam“, hält aber noch immer regelmäßigen Kontakt zu seinen Wurzeln in der Oberpfalz. Am heutigen  25. Mai darf er sich – in der  Corona-Zeit – auf seinen 60. Geburtstag freuen. Viele Weggefährte haben ihn nicht vergessen.

„Siggi“ Raß absolvierte 625 Fußball-Spiele im Herrenbereich des ASV Michelfeld – davon 442 in der Ersten Mannschaft.  Als er mit 18 Jahren, 1978, aus der Jugend in den Erwachsenbereich rückte, war der legendäre Jakob Kirzdörfer sein Trainer. In seiner ersten Herren-Saison 1978/79 wurde Raß mit dem ASV Dritter in der A-Klasse Pegnitzgrund. Mit Kirzdörfer (er kam Anfang der 70er Jahre vom ASV Auerbach und blieb bis 1979 in Michelfeld) stieg der ASV zwei Mal in Folge auf – 1975/76 von der C-Klasse in die B-Klasse und 1976/77 von der B-Klasse in die A-Klasse (damals hießen die Ligen auf Kreisebene A-, B- und C-Klasse;  die A-Klasse ist mit der heutigen Kreisliga vergleichbar). Die weiteren Trainer von Siegfried Raß beim ASV Michelfeld in der A-Klasse Pegnitzgrund waren Manfred Geismann,  Adolf Schertl, Günther Geismann, Manfred Kretschmer, Manfred Geismann und Wolfgang Schadly. Seine treffsicherste Saison erlebte der Linksaußen, der in seinem Leben immer für die Gelb-Blauen kickte,  1984/85 mit 30 Toren. 1992 (mit 32 Jahren) beendete er seine Karriere in der „Ersten“ aus familiären und beruflichen Gründen.

Von 1987 bis 2015 war Siegfried Raß Mitglied in der Verwaltung des ASV Michelfeld und fungierte von 1991 bis zu seinem Ausscheiden 2015 als Zweiter Vorsitzender. In seiner Ära übernahm er jahrelang die Aufgabe, die alljährliche ASV-Sportplatzkirwa zu organisieren.

Reporter Ralph Strobl (46, der seit 1984 fast alle Spiele der Ersten Mannschaft des ASV Michelfeld live gesehen hat) hat den „Ur-Michelfelder“ pünktlich vor seinem „Runden Geburtstag“  am heutigen Montag befragt, der nun in Hessen zu Hause ist. Vier Fragen – vier Antworten:

Hallo Herr Raß. Zunächst herzlichen Glückwunsch zum heutigen 60. Geburtstag. Wir hoffen, es geht Ihnen in der Corona-Zeit gut. Sie haben vor fünf Jahren aus privaten und beruflichen Gründen ihren Heimatort und Herzensverein ASV Michelfeld in Richtung Bergisch Gladbach verlassen und sich an der ASV-Mitgliederversammlung am 27. März 2015 mit einer flammenden Rede verabschiedet. Wo wohnen Sie derzeit und was machen Sie beruflich, privat und sportlich (womöglich in einem Verein im Bereich Fußball und/oder Tennis als Aktiver und/oder Funktionär engagiert)?
Siegfried Raß: Ich lebe jetzt seit Januar mit meiner neuen Partnerin in Einhausen. Das ist zwischen Darmstadt und Mannheim.  Durch meine Vorerkrankungen bin ich bereits in Rente und bin viel auf Reisen. Ich erkunde unser schönes Land entweder durch Radtouren, Wanderungen, Städtereisen und natürlich  Bergtouren in Bayern. Ich habe mich nach langer Zeit mal wieder einem Tennisverein angeschlossen um dieses Hobby mehr zu betreiben.


Siegfried Raß bei seiner "Abschiedsrede" an der Mitgliederhauptversammlung des ASV Michelfeld am 27. März 2015 im Saal des Vereinslokals Schenk.
Foto: Ralph Strobl.

Wo, mit wem und wie wird heute „gefeiert“ und wann besuchen Sie Michelfeld in der Oberpfalz mal wieder (möglicherweise länger)?
Siegfried Raß: Ich bin seit Donnerstag an der Mosel und mache da mit meiner Partnerin eine Radtour, wo wir in einem schönen Lokal meinen Geburtstag feiern werden. Die geplante Geburtstagsfeier am Wochenende findet wegen der Corona-Auflagen nicht statt, weil es so auch keinen Spaß macht. Ich habe geplant Anfang Juni meine Familie und meine Freunde zu besuchen worauf ich mich auch schon wieder sehr freue. Ansonsten komme ich schon regelmäßig nach Michelfeld.

Sie verfolgen den ASV unter anderem via ASV-Website und sind auch noch mit einigen Michelfeldern (darunter ASV-Vorstand Verwaltung Dieter Hofmann) in Kontakt. Wie schätzen Sie aus der Ferne (einige 100 Kilometer) die Entwicklung ihres Heimatvereins ein, seitdem Sie quasi „weg“ sind?
Siegfried Raß: Ich bin natürlich auf dem aktuellen Stand, was in Michelfeld passiert - sei es durch regelmäßige Telefonate mit Dieter Hofmann, den Zeitungen und der ASV Homepage. Ich muss sagen,  dass sich unser ASV prächtig entwickelt, Die drei Vorstände mit der Verwaltung und allen Helfern die dazu beitragen machen einen richtig tollen Job. Sie verstehen es, alte Zöpfe abzuschneiden und haben den Weitblick, was für einen Verein wichtig ist. Und sie setzen richtige Prioritäten.  Ich sehe, dass die Anlage zuschauerfreundlich ausgebaut und erweitert wurde. Der Kiosk ist super integriert worden und die Plätze selber sind immer in einem hervorragenden Zustand.

Erfreulich ist natürlich auch die Entwicklung unserer Fußballer. Die Verantwortlichen haben es wieder geschafft, einen bodenständigen  und kompetenten Trainer zu finden der voll in unser Konzept passt. Genauso verfolge ich natürlich auch die Faschingsgesellschaft und die Aerobic/Bodystyling -Abteilung und kann da auch nur sagen: Weiter so!

Siegfried Raß (stehend, 4.v.r.) gehörte zur Mannschaft des ASV Michelfeld, die im Jahre 1980 die Auerbacher Fußball-Stadtmeisterschaft der Herren (damals mit vier Vereine) gewann – erstmals in der Vereinsgeschichte. Es gratulierte der damalige Auerbacher Bürgermeister „Hanni“ Haberberger (links). Dieser Erfolg wiederholte sich in der ASV-Historie nur noch ein Mal – 1998.
Foto: Archiv ASV Michelfeld/obl.

Abschließend noch eine Frage zum Fußball: Wie stark vermissen Sie den Amateurfußball in Bayern? Gemäß BFV soll im Freistaat ab 1. September der Spielbetrieb mit dem derzeitigen Stand fortgesetzt werden – mit Zuschauer, keine „Geisterspiele“. Das seit 11. Mai erlaubte Kleingruppen-Training wird beim ASV im Herrenbereich seit zwei Wochen wohlüberlegt durchgeführt …
Siegfried Raß: Ich vermisse den Fußball total, es ist traurig wenn man unterwegs ist und die Sportplätze ohne Leben sieht. Alles, was sich jetzt wieder ganz Intelligente und Kompetente einfallen lassen, kann wieder nur Stückwerk sein und Probleme werden nur verschoben. Wenn am 1.September die aktuelle Runde zu Ende gespielt werden soll und die Saison 2020/2021 ausfällt, liegt auch wieder eine lange Pause dazwischen, die irgendwie genutzt werden muss.

Jetzt wäre für mich die historische Gelegenheit, die Saison in einem Jahr abzuspielen, damit die Plätze in den schönsten Jahreszeiten auch mit Fußball gefüllt sind und nicht hauptsächlich im Herbst und Frühling bei schlechtem Wetter - wobei die Plätze durch Training und Spiele kaputt gemacht werden.

Für mich ist da viel nicht nachvollziehbar, aber da muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Die Virologen sind nicht nur das Maß aller Dinge. Ich muss nur den Richtigen fragen, um zu hören was ich hören will.

Vielen Dank für das Interview.


Klassischer Fußball und Beisammensein fehlt

Nach rund zwei Monaten Zwangspause  ist die Sehnsucht groß – langjähriger ASV-Betreuer im Interview

Michelfeld/Auerbach (obl)
Die 1. und 2. Fußball-Bundesliga läuft seit dem vergangenen Wochenende (Samstag/Sonntag, 16./17. Mai) mit sogenannten Geisterspielen. Im Amateurfußball in Bayern  wird frühestens am 1. September wieder um Punkte gespielt – mit Zuschauer. Bis dahin ist Geduld und Disziplin mit den hoffentlich schrittweise Lockerungen gefragt – erst recht bei einem Routinier wie Siegfried Sattler, einem unverzichtbaren Mitglied des Funktionsteams eines gut aufgestellten Kreisklassisten.

Der kräftige Mann mit den wehenden, langen und grauen Haaren ist topfit – schließlich kümmert er sich quasi als Erstversorger bei Spielen der 1. Mannschaft im Eiltempo mit der Eisbox um verletzte ASV-Spieler auf dem Platz oder daneben.  „Siggi“ Sattler hat alle vier WM-Titel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft (1954, 1974, 1990 und 2014) sowie vier Aufstiege der „Ersten“  des ASV Michelfeld (1996, 2005, 2014 und 2018) miterlebt.

Reporter Ralph Strobl hat am Freitag den unermüdlichen Auerbacher (er wohnt dort seit einigen Jahren mit seiner Familie) befragt. Vier Fragen – vier Antworten:

Hallo Herr Sattler, Sie stammen vom SV Mistelgau aus dem Kreis Bayreuth und sind seit dem 1. Juli 1992 Vereinsmitglied beim ASV Michelfeld. Wie kam es damals zum „Wechsel“ und welche „Posten“ haben Sie seitdem beim ASV übernommen, die sie erwähnen wollen?
Siegfried Sattler: Beim SV Mistelgau (circa 900 Mitglieder) bin ich weiterhin Mitglied, Dort erlebte ich eine schöne Zeit als Fußballer. Wir spielten damals in der Kreisliga A Bayreuth/Kulmbach und wurden sogar einmal Meister. Nach Abschluss meiner aktiven Laufbahn hatte ich auch einige Jahre das Amt des Zweiten Vorsitzenden und stellvertretenden Abteilungsleiters der Badmintonabteilung  inne.  Anfang der Neunziger zog es mich nach Nasnitz und über die Ortsteilmannschaft WWK („Wald- und Wies´n Klopfer“, Anm. d. Red.) kam ich zum ASV Michelfeld.

Richtig aktiv wurde ich da, als mein Sohn Stefan Anfang der Zweitausender mit dem Fußballspielen begann. Von der F- bis zur C-Jugend trainierte ich den Nachwuchs selbst. Danach konnte ich weiter als Betreuer meine Erfahrungen und Ratschläge weitervermitteln. Ich hatte dabei schöne und erfolgreiche Zeiten mit den Trainer Jürgen Born (C-Jugend), Uli Adelhardt (B-Jugend) und Jürgen Kruse bei der JFG Auerbacher Land (SV 08 Auerbach, ASV Michelfeld, FC Troschenreuth und  SC Auerbach). Bei der JFG hatte ich auch mehrere Jahre das Amt des Kassenvorstandes inne.

Nach dem Übergang der Junioren zu den Senioren blieb ich auch weiterhin als Betreuer bei den  Mannschaften des ASV. Hierbei durfte ich oft den Austausch der Noch-Jugendspieler zur Ersten des ASV Michelfeld koordinieren und den Aufstieg zur Kreisklasse hautnah miterleben. Unter den Trainern Adelhardt und Caliskan begann dann unser Höhenflug bis zur Kreisliga, die wir leider nicht halten konnten.

Mit unserem jetzigen Trainer Christian Ringler stehen wir nach einer guten Vorrunde wieder vor dem Aufstieg. Leider wurde der Spielbetrieb aufgrund von Corona jäh unterbrochen.

Sie engagieren sich schon einigen Jahren in mehreren Bereichen im Ehrenamt, was entsprechend zu würdigen ist. Wie gehen Sie mit der Gefahr der Corona-Pandemie, den Einschränkungen und Regeln um?
Siegfried Sattler:  Bei der derzeitigen Corona -Pandemie gibt’s nur eine Möglichkeit: Man muss sich den Anordnungen und Vorgaben unterwerfen. Wobei wir auf dem Lande weniger Probleme haben als die Menschen in der Großstadt. Wir können uns trotz allem freier bewegen.  Was ich sehr traurig finde ist, dass viele ältere Menschen zu Hause und in Heimen isoliert werden und dadurch vereinsamen.


Siefgried Sattler.
Foto: Ralph Strobl.

Zum Fußball: Der ASV Michelfeld (Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund der Herren) hat seit dem 23. Februar kein Spiel mehr absolviert und laut BFV wird der Spielbetrieb frühestens am 1. September wieder aufgenommen. Wie schätzen Sie die Lage – aktuell Mitte/Ende Mai – ein?
Siegfried Sattler: Ich versetze mich in die Lage der Spieler, sie wollen endlich wieder raus und Fußballspielen. Es ist nicht einfach seitens der Verantwortlichen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.  Aber man sollte schon alles versuchen und die Möglichkeiten zu nutzen, um das Wiederbeleben unseres geliebten Sportes zu ermöglichen. Allerdings müssen auch Bedenken einzelner Spieler berücksichtigt werden und die Entscheidungen zur Teilnahme freiwillig sein.

Noch ein Ausblick: Was wünschen Sie sich für 2020 und 2021 – gesundheitlich, privat und sportlich?
Siegfried Sattler: Ich hoffe sehr, dass es bald ein Gegenmittel zur Abwendung dieser Krankheit geben wird und wir endlich zur Normalität zurückkehren können. Bis dahin müssen wir uns leider an die gesetzlichen Vorgaben halten aber auch versuchen, unsere freundschaftlichen Kontakte aufrecht zu erhalten.

Vielen Dank für das Interview.

Info-Box:
Wie der Spielertrainer der 1. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld Christian Ringler am Freitag auf Anfrage mitteilte, sind die Aktiven der „Ersten“ und Zweiten“ (nach rund zwei Monaten ohne Mannschaftstraining vom 13. März bis 10. Mai) wieder auf den Platz zurückgekehrt.  Gemäß Bayerischer Fußball-Verband (BFV) ist seit Montag, 11. Mai die Wiederaufnahme des eingeschränkten Trainingsbetriebes in Bayern – in Kleingruppen a fünf Personen inklusive Trainer beziehungsweise Betreuer mit entsprechenden Regeln eines „Leitfadens“ (der inzwischen neun Seiten umfasst) – erlaubt.  Ringler trainiert mit seinen Kickern aktuell nun schon die zweite Woche so,  aber wohlüberlegt: „Alles auf freiwilliger Basis und wird je nach Lust in unsere Gruppe geschrieben. Es gibt demnach keine festen Tage. Es sind immer zwischen acht und 15 Jungs, eine Gruppe pro Halbfeld. Der Abteilungsleiter Herrenfußball Thomas Kohl, der Trainer der 2. Mannschaft Jürgen Born oder ich müssen Zeit haben, sonst kann kein Training wegen der Regeleinhaltungen stattfinden“, teilte der Coach mit.

Schrittweise „Lockerungen“

Faschings-Fans warten geduldig auf Entspannung  – ASV-FG-Verantwortliche vor Jubiläumsjahr im Doppel-Interview

Michelfeld (obl)
Die Prunksitzungen der Faschingsgesellschaft (FG) des ASV Michelfeld sind seit mehr als drei Jahrzehnten ein Zuschauermagnet und Event-Highlight in der nördlichen Oberpfalz. Doch daran ist derzeit, in der Corona-Pandemie-Zeit und acht Monate vor der nächsten Veranstaltungsreihe, noch nicht konkret zu denken. Doch im kommenden Jahr steht eigentlich ein zweifaches Jubiläum im Auerbacher Stadtteil an.

Von 1988 bis 2000 fanden die ASV-Punksitzungen im Pfarrzentrum St. Otto statt. Der Umzug in den Saal des Vereinslokals Schenk erfolgte 2001, wo die beliebten Faschings-Veranstaltungen (im zweijährigen Rhythmus) nun bis 2019 durchgeführt wurden. Bei einer Kapazität von 188 Sitzplätzen und sechs ausverkauften Terminen konnten jedes Mal 1128 Personen live dabei sein. Ab 2021 wollen die Michelfelder Narren wieder an ihre Wirkungsstätte der ersten Stunde zurückkehren. „33 Jahre“ ist in Faschingskreisen ein Anlass zu Jubiläumsfeierlichkeiten.

Der ASV Michelfeld (rund 600 Mitglieder in drei Abteilungen) wurde 1946 gegründet und will demnach 2021 sein 75-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Am Neujahrsempfang im Januar diesen Jahres wurde verkündet, dass im kommenden Jahr mehrere einzelne Veranstaltungen  - kein großes Fest – durchgeführt werden sollen.

Interessante Aussagen

Sportreporter Ralph Strobl (46), der in „jungen Jahren“ ASV-FG Elferrat war, hat die Präsidentin Elke Haberberger und den Abteilungsleiter Manfred Kohl getrennt voneinander befragt.

Frau Haberberger, Herr Kohl, normalerweise findet seitens der Faschingsgesellschaft (FG) des ASV Michelfeld im Frühjahr eine "Kreativ-Wanderung" als inhaltliches Brainstorming für die anstehenden Prunksitzungen im  Folgejahr statt. Gab/gibt es diese und wie groß sind eigentlich die Hoffnungen, dass die sechs geplanten Veranstaltungen vom 22. Januar bis 6. Februar 2021 stattfinden können?  Großveranstaltungen sind wegen der Corona-Pandemie bekanntlich aktuell bis 31. August 2020 verboten ...
Elke Haberberger: Die Kreativwanderung fand noch vor Beginn der Krise statt. Sie führte  uns ins Brotzeitstüberl am Sand und wie der Name schon sagt, waren wir wie immer sehr kreativ und haben auch schon ein Motto und viele Ideen drumherum gefunden. Alle anderen Termine , die bereits gesetzt waren, wie z. B. Treffen wegen Technik, Vorbereitungen, organisatorische Punkte fielen wegen  der Krise bis jetzt aus.
Manfred Kohl:  Man kann ja schon mal soviel verraten, dass das Motto auch einen Bezug zum närrischen Jubiläum hat. Nachdem die erste Prunksitzung der FG des ASV im Jahr 1988 im Pfarrzentrum war, kehren wir nach 33 Jahren dorthin zurück. Wenn die Prunksitzungen wegen Corona nicht wie geplant Ende Januar und Anfang Februar 2021 stattfinden können, müssen wir vielleicht auch wegen der Terminfindung im Jubiläumsjahr kreativ werden ...

Elke Haberberger (Bildmitte).
Foto (Archiv Prunksitzungen 2017): Ralph Strobl.

Die derzeit allgemeinen strengen und nachvollziehbaren Regeln der Kontaktbeschränkung (zum Beispiel der Abstand von 1,5 Metern) und die ausgelassene Stimmung in der "Fünften Jahreszeit" (11.11. bis Faschings-Dienstag) passen derzeit sinnbildlich nicht zusammen. Fällt ihrer  Meinung nach der Fasching 2020/2021 (als gesellschaftliches Ereignis) komplett aus oder lässt sich trotzdem nächstes Jahr irgendwie und irgendwann feiern?
Elke Haberberger: Noch haben wir ja etwas Zeit und ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass unsere Prunksitzungen stattfinden können. Man muss jetzt abwarten, wie sich die Krise entwickelt, wenn jetzt Biergärten, Gaststätten usw. öffnen und welches Ergebnis die Lockerungen bringen. Hier schon für Januar Februar eine Voraussage zu machen ist meiner Meinung nach zu früh.
Ich bin der Meinung wir sollten die Entwicklung im Sommer über beobachten und im August - September dann eine Entscheidung treffen. Bis dahin kann man durchaus Szenarien durchspielen, wie es gehen könnte. Sollte die Abstandsregel  beibehalten werden, haben wir aber räumlich gesehen ein großes Problem, dass nicht einfach zu lösen ist. Da bräuchten wir ein 2000-Mann-Bierzelt um die übliche Anzahl Publikum und. Aktiven  zu einer Prunksitzung zusammenfinden zu lassen. Schau ma mal sagt der Beckenbauer.
Manfred Kohl: Der Fasching in Michelfeld - aber nicht nur da - ist ein Gemeinschaftserlebnis und genau dieses wäre mit den Vorgaben zu den Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Solange man z.B. Abstand halten und einen Nasen- und Mundschutz benutzen muss, hat die Gesundheit Vorrang. Wir sind zwar Narren aber nicht so narrisch, dass wir eine Veranstaltung vor halb vollen Saal oder gar eine Geisterprunksitzung abhalten werden. Bei den Aktiven auf der Bühne und auch beim Publikum wird nach der gebotenen  Wartezeit die Freude auf eine Veranstaltung umso größer sein, bei der man wieder ungezwungen feiern darf.

In Deutschland werden seit einigen Wochen schrittweise Lockerungen der Corona-Einschränkungen erlaubt und umgesetzt. Im Fasching geht es eh „locker" zu. Was fällt Ihnen in diesem Zusammenhang  ein?
Elke Haberberger: Ja, die Lockerheit im Fasching hilft einem ja bei vielen, aber bei Corona, hat gerade Heinsberg gezeigt, dass solche Veranstaltungen sehr gefährlich sind und die Ansteckungsgefahr sehr groß. Ich hoffe, auf einen Impfstoff, der uns dann wieder zu mehr Freiheiten führen könnte.
Manfred Kohl: Wenn man derzeit trotz der Lockerungen die Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen sieht, würde ich dem ein oder anderen Teilnehmer gerne mal raten, locker zu bleiben.

Manfred Kohl.
Foto (Archiv Neujahrsempfang 2020): Ralph Strobl.

Noch eine persönliche Frage: Die ASV-Tanzgarden halten sich derzeit individuell und mit Workouts fit, da die Indoor-Sportstätten noch geschlossen sind. Welche Sportarten betreiben Sie selbst regelmäßig?
Elke Haberberger: Leider bin ich sportlich gesehen eine totale Niete - ich habe beim ASV immer Gymnastik 50 plus mitgemacht. Leider wird momentan der Kurs nicht angeboten. Ein anderes Angebot kann ich aus zeitlichen Gründen leider nicht in Anspruch nehmen. Das muss dann bis zur Rente warten.
Manfred Kohl: Da ich nicht bis zur Rente warten will, versuche ich mich in unserer wunderschönen Gegend mit Wandern, Walking und Radfahrer fit zu halten. Und wenn jetzt noch das Freibad geöffnet werden würde, wäre es fast wie im Urlaub.
 
Vielen Dank für das Interview.



Gestutzte Hoffnung

Fortsetzung im Juniorenfußball noch nicht fix  - Spielpause bis mindestens 1. September - Interview mit U19-Coach

Auerbach/Michelfeld/Pferrach (obl)
Das Runde Leder ruht derzeit noch in Bayern im Amateur- und Breitensport – sowohl der Trainings- als auch der Wettkampfbetrieb. Ein „Lichtblick“ ist seit dieser Woche, dass ab Samstag, 16. Mai zumindest die 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Herren ohne Zuschauer ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen darf. Gerade im Nachwuchsbereich ist noch viel Geduld gefragt, was ein Gespräch mit dem Trainer der A-Junioren der hiesigen SG Auerbach (Zweiter der Herbstrunde in der U19-Kreisliga Amberg/Weiden) beweist.

Stefan Linhardt stammt aus Pferrach, einem Auerbacher Ortsteil zwischen Nasnitz und Michelfeld. Der 36-Jährige trainierte zwei Jahre die B-Junioren, ehe er in dieser Saison die A-Junioren der SG Auerbach mit Standort in Michelfeld übernahm.

Für seinen Heimatverein ASV Michelfeld spielte er in der zweiten Mannschaft als Stürmer und nach einem Kreuzbandriss als Aushilfs-Torhüter. Sein letzter Einsatz als Keeper war am Sonntag, 6. September 2015 im Auswärtsspiel bei der SG FC Thuisbrunn II/SC Egloffstein II mit einem 0:1-Erfolg.

Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann informiert über Jugendspielbetrieb
An der vier BFV-Junioren-Webinaren (vom Freitag, 24. April bis Montag, 27. April) nahmen 2346 Jugendleiter aus rund 4600 Vereinen in Bayern teil. Es wurde eine Lösungsarbeitsgruppe „Spielbetrieb Junioren und Juniorinnen“ gebildet, die Antworten auf Fragen erarbeiten und zu gegebener Zeit vorstellen soll. Derzeit ist (wie im Herrenbereich) gemäß politischer Anordnung ein Spielbetrieb frühestens ab dem 1. September möglich, im Juniorenbereich in Bayern idealerweise ab dem 12./13. September. Im nächsten Schritt geht es seit dieser Woche um die Ausarbeitung und Vorstellung eines Lösungsvorschlages (Abstimmung ist derzeit unklar). Die Altersstufen im Groß- und Kleinfeldbereich beziehungsweise im aufstiegsberechtigten und nicht aufstiegsberechtigten Spielbetrieb werden differenziert betrachtet. Es gibt derzeit vier mögliche Szenarien: Saisonverlängerung, Abbruch mit Annullierung, Abbruch mit einem Aufsteiger und ohne Absteiger beziehungsweise Abbruch mit einem Aufsteiger und einem Absteiger.

Sportreporter Ralph Strobl hat am Mittwoch Stefan Linhardt (nicht verwandt mit dem Michelfelder Kurt Linhardt, dem Ehren-Lehrwart der Fußball-Schiedsrichter-Gruppe Pegnitzgrund) befragt. Vier Fragen – vier Antworten:

Herr Linhardt, seit Freitag, 13. März – also seit rund zwei Monaten– ruht in Bayern wegen der Corona-Pandemie der komplette Fußball-Spielbetrieb. Rund 175 Nachwuchskicker der SG Auerbach, darunter etwa 20 A-Junioren (U19-Kreisliga Amberg/Weiden), können seitdem nicht zusammen kicken. Wie sehr schmerzt derzeit die allgemeine Lage, jungen heranwachsenden Menschen keine sozialen Kontakte und sportliche Betätigung beim organisierten Fußball ermöglichen zu können?
Stefan Linhardt: Natürlich schmerzt es mich sehr, den Jungs nicht die Möglichkeit zu bieten Fußball zu spielen oder ihre Kameraden zu sehen auch weil die Kameradschaft bei uns sehr hoch ist. Für einige ist es auch das letzte Jahr vor den Vollmannschaften. Da möchte ich als Trainer natürlich den Jungs noch vieles mitgeben. Mir fehlen die Jungs natürlich sehr. Es macht Spaß mit ihnen zu trainieren und gegen den Ball zu hauen. Aber nichts desto trotz es ist wichtig, alle zu schützen  - Trainer, Betreuer,  Spieler, Eltern und da geht die Gesundheit einfach vor. Und das verstehen wir alle.

Auf welche Art und wie oft sind Sie seit dem „Shutdown“ mit ihren „Schützlingen“ in Kontakt und wie fit beziehungswiese motiviert sind die Jungs aktuell?
Stefan Linhardt:  Klar ist man ab und zu in Kontakt. Es kommen auch oft die Fragen „Trainer, wann geht es weiter?“ oder ob ich schon was Neues weiß.  Es macht mich dann selber traurig, diese Fragen noch nicht beantworten zu können. Aber ich glaube nur alleine durch diese Fragen sieht man, dass die Jungs heiß auf Fußball und wie motiviert sie sind. Den Fitnesszustand kann man aus der Ferne schwer beurteilen, aber ich habe sie natürlich gebeten sich selber fit zu halten es gibt ja so viele Möglichkeiten. Ich vertraue den Jungs, dass sie sich nicht nur vor die Konsole setzen und auch sportlich aktiv sind. Ich kenne meine Jungs ja jetzt schon seit drei Jahren und da kennt man natürlich seine Spezialisten. Aber da gibt es halt dann die gewissen Extra-Runden am Platz (lacht).


Stefan Linhardt.
Foto: Ralph Strobl.

An diesem Mittwoch traf sich die Bundeskanzlerin mit den 16 Ministerpräsidenten in Deutschland. Zunächst sind nur kontaktlose Individualsportarten wie zum Beispiel Tennis erlaubt – Mannschaftssportarten wie Fußball (Training in Kleingruppen mit gewissen Regeln) noch nicht. Wie  beurteilen Sie diese Entwicklung und haben Sie schon „Pläne“ für das neuartige Outdoor-Training für ihre Mannschaft in den nächsten Wochen und Monaten ausgearbeitet?
Stefan Linhardt: Ich würde es sehr begrüßen endlich wieder auf den Platz zu gehen aber wie schon gesagt: Die Gesundheit geht natürlich vor und ist das Wichtigste. Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, wie wir dann trainieren können. Es gibt sehr viele Möglichkeiten. Man muss auch abwarten, wie groß die Gruppen sein dürfen. Es ist wichtig, dass die Jungs mal wieder gegen den Ball treten und ihre Kumpels treffen, auch wenn es dann in kleinen Gruppen ist.

Befürchten Sie durch den aus mehreren Gründen durchaus gravierenden und wohl noch bis mindestens bis 1. September andauernden Spielausfall für die hiesigen Fußball-Junioren mittel- und langfristig eher negative Folgen (zum Beispiel Wegfall von Spielern, Betreuern und Mannschaften) und/oder positive Auswirkungen (Stärkung des Solidaritäts-Gedankens Jugend/Erwachsene/Ältere, ausgeprägterer Gemeinschafts- und Teamgeist oder Ähnliches)?
Stefan Linhardt: Es ist natürlich eine sehr schwere Zeit und man macht sich seine Gedanken. Aber so wie ich meine Jungs kenne, kommen sie alle wieder zurück zum Training und zu den Spielen  - ob alte oder neue Saison. Sie wollen Fußball spielen. Deswegen stimmt mich das positiv. Ich hoffe natürlich, dass es bei den anderen Mannschaften und Spielern, Trainern, Betreuern genau so ist. Der Fußball im Jugendbereich ist sehr wichtig für unsere Stammvereine SV 08 Auerbach und ASV Michelfeld.  Ohne Jugend geht es nicht und das wissen auch alle und wollen ihre Stammvereine unterstützen. Da sind wir auch mit den Trainern immer in Kontakt und tauschen uns aus.

Vielen Dank für das Interview.

Info-Box:
SG Auerbach (Fußball, Junioren, männlich)
Sportlicher Leiter: Bernhard Schubert. Jugendleiterin Großfeld: Kathrin Gsell. Jugendleiterin Kleinfeld: Janina Hudert und Christina Simon. Anzahl Mannschaften: Neun (von A- bis G-Junioren). Anzahl Spieler: 178 (davon 78 im Großfeld- und 100 im Kleinfeldbereich). Anzahl Trainer und Betreuer: 33. Stammvereine: SV 08 Auerbach (federführend), ASV Michelfeld.


Solidarität und Geduld in gesamter Fußball-Branche gefragt

Profi- und Amateurkicker sowie Gesellschaft müssen umdenken - Ex-Pegnitzgrund-Lehrwart und vielfältig aktiver Sohne-Mann im Doppel-Interview

Michelfeld (obl)
Sport ist in Deutschland ein wichtiger Eckpfeiler im Leben. Im Auerbacher Stadtteil Michelfeld in der Oberpfalz leben in der aktuellen Corona-Zeit zwei Personen unterschiedlichen Alters unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig, zumal sie die gleiche „Leidenschaft“ – den Fußball in all seinen Facetten – haben.

Kurt Linhardt ist inzwischen 75 Jahre jung. Von 1998 bis 2013 fungierte er als Lehrwart der Fußball-Schiedsrichter-Gruppe Pegnitzgrund, wurde danach zum Ehren-Lehrwart ernannt und arbeitete bis 2018 noch im Lehrteam mit. Als fleißiger Schiedsrichter (höchste Liga im Herrenbereich: Kreisliga) pfiff er regelmäßig über 100 Spiele in einem Jahr, ehe er seine aktive Karriere ebenfalls vor rund zwei Jahren beendete. Für seinen Heimatverein ASV Michelfeld absolvierte Linhardt in seinem Leben 693 Spiele im Herrenbereich.

Sein leiblicher Sohn Robin Popp gehört zur Gruppe der Kreisliga-Referees im Pegnitzgrund. Der 20-Jährige ist zudem noch als Spieler beim ASV Michelfeld aktiv – mit zwei Punktspiel-Einsätzen in der „Ersten“ (Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund) und neun in der Zweiten Fußball-Herrenmannschaft (A-Klasse 4 Erlangen/Pegnitzgrund) in dieser Saison 2019/2020. Ferner ist er Mitglied im Kreisjugendausschuss des Spielkreises Amberg/Weiden.

Sportreporter Ralph Strobl hat am Mittwoch Kurt Linhardt und Robin Popp befragt. Vier Fragen (zwei an beide, eine jeweils persönlich) – sechs Antworten:

Seit über sechs Wochen (der Fußball-Shut-Down war am Freitag, 13. März) „leiden“ die Anhänger des Runden Leders an der Einstellung des Spielbetriebes wegen der Corona-Pandemie. Waren oder sind Sie von der Krankheit unmittelbar betroffen – sei es durch Infektion, Quarantäne oder der Nutzung des angebotenen „Einkaufsservice“ in Michelfeld und Umgebung?
Robin Popp: Nein, wir und der Rest unserer Familie sind zum Glück nicht direkt betroffen. Wir sind zwar wie alle anderen Menschen im alltäglichen Leben eingeschränkt, aber an ansonsten geht es uns gut.
Kurt Linhardt: Dinge wie den Einkaufsservice brauche ich nicht, die meisten Erledigungen macht zur Zeit der Robin, aber wenn ich mal ein paar Kleinigkeiten benötige mache ich mich noch selber auf den Weg. Ich bin auch „froh", dass ich bisher solche Angebote wie den Einkaufsservice nicht annehmen muss. Trotzdem weiß ich es zu schätzen, dass unsere Jungen uns sowas anbieten und finde das auch eine tolle Sache.

Herr Linhardt, Sie gehören altersmäßig zur sogenannten „Risikogruppe“ im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Wie gehen Sie aktuell selbst als Sportler mit diesem Thema um und wie schätzen Sie die allgemeine Lage für die Zukunft ein?
Kurt Linhardt: Durch die derzeitige Lage bin ich leider momentan sehr viel daheim. Ich verlasse zwar ab und an mal das Haus,  aber dann auch nur wenn es sein muss. Ich mache zur Zeit dann die Dinge im Haus die sich jetzt etwas angesammelt haben, denn dadurch muss ich nicht nur den ganzen Tag rumsitzen, sondern kann dennoch etwas tun. Sportlich gesehen hat das Ganze nicht so viele Auswirkungen auf mich, da ich mich ja etwa vor eineinhalb Jahren aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen habe. Ich finde es aber dennoch schade, dass  ich aufgrund der Beschränkungen keine SR-Sitzungen besuchen kann. Denn dort hab ich doch wenigstens einmal im Monat meine Freunde und Kollegen sehen können und mich mit ihnen unterhalten können. Wir sind zwar zur Zeit auch schon dabei das digital zu machen, aber das ist nicht das Gleiche für mich. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass das in Zukunft wieder alles beim Alten sein wird. Es braucht einfach noch ein wenig Zeit bis mehr Normalität in den Alltag zurückgekehrt, aber die Zeit bis dahin werden wir auch noch überstehen.


Kurt Linhardt.
Foto: Ralph Strobl.

Herr Popp, wie konkret mussten Sie in den vergangenen Woche ihr Leben (Beruf, Privat, Sport) „umstellen“ und wie sehr ist bei Ihnen der in der Corona-Zeit vielzitierte Begriff „Solidarität“ (zwischen Alt und Jung) ausgeprägt?
Robin Popp: Meiner Meinung nach ist die größte Umstellung für mich, dass ich einfach keinen persönlichen Kontakt zu meinen Freunden und Mannschaftskameraden haben darf. Seit der Lockerungen, dass man mit einer anderen Person Sport machen darf, habe ich mich zwar schon ein paar Mal mit meinem besten Freund zum Joggen und für ein paar Workouts getroffen, das ist aber irgendwie trotzdem nicht das Gleiche. Ich versuche wie mich so gut es geht fit zu halten sei es mit den Workouts vom Coach, ein paar Läufen oder das ich einfach mal die 15 Kilometer  zu meiner Freundin mit den Rad fahre. Mir fehlt es dennoch einfach mal wieder mit den anderen auf dem Platz zu stehen und einfach ein wenig zu kicken. Beruflich gesehen hat die Pandemie nur etwa in den ersten zwei Wochen der Ausgangsbeschränkung für mich einen Unterschied gemacht. In dieser Zeit war ich ein paar Mal allein mit dem Chef, manchmal vielleicht noch mit einem anderen Kollegen in der Arbeit und die Anderen waren in Kurzarbeit. Aber seit etwa gut einem Monat ist bei uns wieder Hochbetrieb angesagt, denn wir sind ja mitten in der Saison zum Reifenwechseln und da bin ich dann doch voll eingespannt und gehe oft mal auch erst nach 17 Uhr aus der Werkstatt raus. Wir versuchen aber trotz des an manchen Tagen großen Andrangs auf die Hygienevorschriften zu achten, was auch gut funktioniert.
Zum Thema Solidarität zwischen Alt und Jung, kann ich mich und meinen Papa ganz gut als Beispiel nehmen. Vor der Krise hat er sich meistens um die Einkäufe und andere Besorgungen gekümmert, das versuche ich jetzt so gut es geht zu übernehmen – dass er nicht so viel unter die Menschen muss und sich möglicherweise infiziert.


Robin Popp.
Foto: Ralph Strobl.

In der Bundesliga soll wieder ab Mai (noch ohne fixen Starttermin) ohne Zuschauer gespielt werden, im Amateurbereich mit Zuschauer frühestens ab dem 1. September. Wie ist Ihre Meinung als Schiedsrichter und Spieler dazu?
Kurt Linhardt: Was das Thema Bundesliga angeht haben wir eigentlich beide die gleiche Meinung. Wir finden es gut, dass es wieder startet auch wenn zu Beginn ohne Zuschauer, unserer Meinung nach ist das ein Schritt der uns Sportlern auch wieder ein bisschen mehr Normalität zurückgibt. Denn die letzten Wochenenden ohne Bundesliga waren für uns doch eher langweilig.
Robin Popp: Ich bin auch froh, wenn es dann hoffentlich ab September auch für mich wieder auf den Platz geht. Sei es als Spieler oder als Schiedsrichter, mir fehlen die Einsätze schon ziemlich und deswegen hoffe ich, dass wir die Saison auch wirklich zu Ende bringen können. Ich habe vor der Unterbrechung auch noch das ein oder andere schöne Spiel als Schiedsrichter gehabt, was leider nicht stattfinden konnte und fände es sehr schade wenn ich sie nicht doch noch leiten könnte.
 
Vielen Dank für das Interview.



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