Abteilung Fußball, A- bis G-Junioren:
SG Auerbach (SV 08 Auerbach + ASV Michelfeld).
Siehe Facebook-Seite im Internet.
Spielpläne A-, B-, C-, D-, E- und F-Junioren in der Herbstrunde 2019: Siehe bfv.de.

Erläuterung zur Beitragsanpassung ab dem Kalenderjahr 2020:
Die neue Staffelung der Vereins-Mitgliedsbeiträge und eine entsprechende Begründung hierfür steht als pdf-Dokument zum Herunterladen und Ausdrucken unter Downloads/Verein zur Verfügung [Stand: Montag, 15. Juli 2019, 22.45 Uhr]. Zudem ist der komplette Text in der Rubrik "Aktuelles" (auf der Startseite) mit der Überschrift "Vereins-Beitragsanpassung ab Kalenderjahr 2020" seit Dienstag, 16. Juli nachzulesen.

Seit Freiag, 13. März (in der Corona-Zeit, bis zum 1. Punktspiel der 1. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld nach der "Pause"):
"Interview der Woche", siehe Artikel unter "Aktuelles".

Seit Freitag, 20. März 2020:
"Einkaufsservice" (in der Corona-Zeit) für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen . Siehe Informationen im Online-Artikel, Link ->http://www.asv-michelfeld.de/index.php/aktuelles/1252-aktiv-gelebte-solidaritaet

Seit Montag, 11. Mai 2020:
Fußball-Training der Herren-Kicker des ASV Michelfeld in Kleingruppen (gemäß BFV-Leitfaden und Hygiene-Vorschriften).

 

 

 

 

Vorstand und Trainer sind sich einig

Gut aufgestellter ASV geht sorgfältig inklusive positiver Grundstimmung mit der “Corona-Krise“ um – Thomas Gsell und Christian Ringler im Doppel-Interview

Michelfeld (obl)
Die „schönste Nebensache der Welt“ (Fußball) kann aus nachvollziehbaren Gründen seit über zwei Wochen und wohl leider noch länger nicht ausgeübt werden. Auf allen Ebenen in der Welt wird seit Monaten quasi fieberhaft an der Bekämpfung des allgemein bedrohlichen Szenarios mit dem Corona-Virus gearbeitet. Im Amateursport – in Franken und auch in der nördlichen Oberpfalz – machen sich Vereine über ihre Zukunft Gedanken.

Um seine Vereinsmitglieder, Spieler, Zuschauer und Fans sowie die Öffentlichkeit über den aktuellen Status Quo zu informieren, hat Berichterstatter Ralph Strobl 18 Tage nach dem Fußball-Shutdown (Freitag, 13. März) am Dienstag, 31. März den Vorstand Sport Thomas Gsell und den Spielertrainer der 1. Fußball-Herrenmannschaft des ASV Michelfeld (Zweiter in der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund) Christian Ringler per E-Mail-Interview befragt.


Thomas Gsell.
Foot: Ralph Strobl.

Die Lage

Zunächst ein umfassender Situationsbericht:

In Bayern wurden am Montag die allgemeinen Ausgangbeschränkungen, die zunächst für zwei Wochen galten (21. März bis 3. April), bis einschließlich Ende der Osterferien (Sonntag, 19. April) verlängert.

Am Dienstag ab 10.30 Uhr fand online eine DFL-Mitgliederversammlung aller Vereine der 1. und 2. Fußball-Bundesliga statt. Der Spielbetrieb bleibt bis mindestens 30. April ausgesetzt. Ab dem ersten Mai-Wochenende soll in den beiden obersten Ligen in Deutschland ohne Zuschauer gespielt und die Saison möglichst bis 30. Juni beendet werden. Für Profis und das Personal sind vor einem Spiel Corona-Tests geplant. Bis einschließlich Sonntag, 5. April gilt die Regel, dass nur Individualtraining (kein Mannschaftstraining) durchzuführen ist. Die nächste DFL-Sitzung, auf der weitere Änderungen beschlossen werden können, ist für Freitag, 17. April angesetzt.

In der vergangenen Woche führte der Bayerische Fußball-Verband mit allen seiner acht Verbandsligen (Regionalliga, zwei Bayernligen und fünf Landesligen) sogenannte „Webinare“ (Online-Konferenzen) durch und erwähnte dabei auch vier mögliche Szenarien für den Spielbetrieb (der dort bis 24. Mai angesetzt war): Reguläres Ende der Saison (Fortsetzung ab Tag X bis zum letzten Spieltag, auch über den 30. Juni hinaus), Play-Off-Spiele (zur Ermittlung der Auf- und Absteiger), Abbruch der Saison 2019/2020 (keine Auf- und Absteiger, Neustart des Spielbetriebes im Juli oder August für 2020/2021) oder Einfrieren der bisherigen Resultate und Platzierungen, um eventuell im März 2021 mit diesem Status Quo weiterspielen zu können.

Im Spielkreis Amberg/Weiden mit 14er Ligen waren Spiele vom 29. März bis 24. Mai vorgesehen. Einzelne Nachholspiele sollten am 22. März stattfinden. An vergangenen Samstag (28. März) fanden um 10 und um 12 Uhr „Webinare“ des Bayerischen Fußballverbandes für die Region Amberg/Weiden (betreffend unter anderem den SV 08 Auerbach, TSV Königstein, SC Kirchenthumbach und SC Eschenbach) statt. In diesen „Kreis-Online-Treffs“ tauschen sich angemeldete Vereinsvertreter mit ihrem zuständigen Kreisspielleiter und einem BFV-Moderator  zur Corona-Krise aus. Es geht dabei um Fragen, Problemstellungen und Lösungsansätze.

Für Erlangen/Pegnitzgrund werden diese Webinare für Samstag, 4. April, 18 Uhr und Montag, 6. April, 18 Uhr online angeboten. Am Freitag (27. März) erhielten alle Vereine dieser Region via BFV-Postfach eine entsprechende Einladung per E-Mail, sich vorab anzumelden und daran teilzunehmen. Der erste Spieltag nach der Winterpause (14./15. März) wurde in Erlangen/Pegnitzgrund unmittelbar davor am Freitag,  13. März gecancelt. Die Saison auf Kreisebene ist gemäß Rahmenterminkalender mit 30 Spieltagen bis 14. Juni angesetzt. Einige wenige Vereine hätten sogar noch 17 Punktspiele – in acht Wochen (nach den Osterferien ab 20. April an gerechnet), inklusive des bisher noch spielfreien langen Pfingst-Wochenendes vom Samstag, 30. Mai bis Montag, 1. Juni.

Vier Fragen – acht Antworten:

Hallo Herr Gsell, Hallo Herr Ringler. Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht´s? Und: Gab/Gibt es in der Abteilung Fußball des ASV Michelfeld Infizierte und/oder Personen in Quarantäne wegen dem Corona-Virus?
Christian Ringler: Aktuell ist alles andere als Gesundheit die Nebensache. Ich habe aktuell noch das Glück, das mir in Familie, Freunden, Fußball und Arbeit kein Fall bekannt ist. Ich hoffe das bleibt für die Zukunft auch so. Und wünsche allen beste Gesundheit!
Thomas Gsell: Ich kann mich da Christians Worten nur anschließen. Es ist wichtig, dass die gesamte Gesellschaft in diesen schweren Zeiten zusammenhält, und jeder seinen Beitrag leisten muss. Auch der ASV Michelfeld als Verein hält sich natürlich an die Vorgaben aus Verband und Regierung um die Pandemie entsprechend zu bekämpfen.  Auch im meinen persönlichen Umfeld, Familie und Arbeit ist bis jetzt glücklicherweise noch kein bestätigter Fall bekannt.

Christian Ringler.
Foto: Ralph Strobl.

Wie halten sich die Aktiven der „Ersten“ derzeit (in Bayern herrscht Trainings- und Spielverbot bis 19. April) kreativ körperlich fit und welche Maßnahmen (zum Beispiel Einkaufshilfe) werden aktuell im Vereinsumfeld durchgeführt?
Thomas Gsell: Die Aktion vom Kirwaleut-Verein (sind auch viele Fußballer und Gardemädels vom ASV dabei) finde überragend und zeigt, dass unsere Dorfgemeinschaft zusammen hält, wenn es darauf ankommt.
Christian Ringler: Ja, die Mannschaft und ich haben Ziele für die Saison, deshalb machen wir mindestens drei Mal pro Woche was. Ein Training ist individuell, wo die Jungs einen Lauf selbst für sich absolvieren sollen. Zwei weitere Trainingseinheiten pro Woche erarbeite und ich gebe diese den Jungs vor. Die Einheit werden in kleinen Vierergruppen via Videokonferenzen durchgeführt. Hier sind wir dann im Cardio- und Kraftbereich unterwegs. Diese Woche wird der Trainer sogar noch ein Trainingsvideo für die Jungs erstellen. Die Jungs beziehungsweise deren Mädels, ich glaube dies geht von den Kirwaleuten aus, haben einen Einkaufsservice für ältere Leute ins Leben gerufen. Tolle Sache muss ich sagen!

Die Gesundheit ist das Wichtigste und es ist (nach dem Fußball-Shut-Down am 13. März) noch nicht absehbar, wann wieder Fußball gespielt werden kann – bei den Profis und bei den Amateuren. Es werden derzeit intern (beim Verband) und in Umfragen (auf Online-Portalen) verschiedene Szenarios diskutiert, wann und wie es (auch in den unteren Ligen) weitergehen könnte. Welche Alternativen schätzen Sie als sinnvoll, umsetzbar und allgemein fair ein? Es drohen möglicherweise auch „Geisterspiele“ (ohne Zuschauer) im Amateurbereich …
Thomas Gsell: Grundsätzlich ist das eine sehr schwierige Frage, die man auch sehr Unterschiedlich betrachten muss. Im Profi-Bereich geht es um sehr viel Geld. Diese Vereine sind  Wirtschaftsunternehmen mit vielen Mitarbeitern. Hier geht es neben den gesundheitlichen Risiken auch um die Existenzen vieler Menschen. Deshalb kann ich auch die Diskussionen um Geisterspiele usw. verstehen, um zumindest Fernseheinnahmen zu generieren. In den unteren Amateurligen ist, aus meiner Sicht, die Situation eine andere. Hier kann nur das Gebot sein: Die Gesundheit aller Spieler, Schiedsrichter, Betreuer und Zuschauer bestmöglich zu Schützen! Der Spielbetrieb kann nur dann aufgenommen werden, wenn es vom Verband und Regierung „grünes Licht“ gibt, und die Spiele auf normalen Weg durchgeführt werden können. Geisterspiele in diesen Amateurbereichen/-ligen sind aus meiner Sicht keine Option, und auch gar nicht durchführbar. Ob die Saison abgebrochen oder in irgendeiner Form durchgeführt wird, hängt einzig und allein am Verlauf der Pandemie ab. Natürlich muss der Verein auch Kosten tragen und die Einnahmen aus dem laufenden Spielbetrieb fehlen jetzt natürlich.  Aber der ASV Michelfeld hat hier in Jahrzehnte langer Arbeit den Verein finanziell auf sehr gute Beine gestellt, sodass uns diese Krise nicht aus der Bahn werfen wird.
Christian Ringler: Ich hoffe, dass es irgendwie mit der Saison weiter geht, in welcher Form auch  immer. Wir sind für alles offen, solange die Sicherheit meiner Jungs nicht gefährdet ist. Für mich wäre wichtig, dass die erarbeiteten Resultate nicht einfach gestrichen werden. Wir alle (Fußballer, Betreuerteam, der gesamte Verein) haben hier hart dafür gearbeitet und da wo wir aktuell stehen, das kommt nicht von ungefähr.  Geisterspiele finde ich in den unter Ligen sehr schwierig, da jeder Verein auf Einnahmen am Spieltag angewiesen ist.

Jede Krise beinhaltet Risiken aber auch Chancen, gestärkt daraus hervorzugehen. Was wünschen Sie sich allgemein (für die Gesellschaft) und speziell (für den Fußball)?
Thomas Gsell: Ich wünsche mir, dass diese Solidarität und Hilfsbereitschaft, die in dieser Krise entstanden ist, auch weiterhin in der gesamten Gesellschaft bestehen bleibt.
Christian Ringler: Thomas hat mir bei der letzten Antwort aus dem Herzen gesprochen.

Ein Jahr Pause!?

Der renommierte Virologe Christian Drosten prophezeit angesichts der Coronakrise ein Schreckensszenario mit Geisterspielen im Fußball über viele Monate: „Ich glaube überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben“, sagte Drosten Mitte März dem „stern“. Das würde bedeuten, dass die Bundesliga erst im März 2021 wieder mit Zuschauer spielen kann.

Drosten erwartet in Sachen Freizeitaktivitäten wie dem Fußball auf absehbare Zeit keine Rückkehr zur Normalität in öffentlichen Einrichtungen. „Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten“, meinte der Leiter der Virologie der Charite in Berlin.

In diesem Zusammenhang erhält der Begriff „Sabbat-Jahr“ in der Sportwelt eine ganz neue Bedeutung.

obl.

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