Aktiv gelebte Solidarität

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Auerbacher Umland hilft sich in der Corona-Krise – Kirwa-Vorstand im Interview

Michelfeld (obl)
Not macht erfinderisch. Ein hervorragendes Beispiel, wie verantwortungsbewusst die jüngere Generation mit älteren Mitbürgern in der derzeit weltweit ernsten Lage umgeht, ist der Einkaufsservice der Michelfelder Kirwaleit e.V. im Stadtgebiet von Auerbach. Am vergangenen Freitag wurde diese Initiative im Internet und in hiesigen Geschäften verbreitet.

Seit einigen Tagen läuft nun dieses Angebot für die gefährdete Zielgruppe in der gegenwärtigen Corona-Pandemie-Phase. Wer in Michelfeld, Nasnitz, Pferrach, Saaß und Weidlwang Hilfe bei täglichen Einkäufen benötigt, kann sich gerne von Montag bis Samstag von 10 bis 14 Uhr bei den angegebenen Ansprechpartnern melden und Bestellungen in Auftrag geben. Die freiwilligen Helfer der „Kirwaleit“ kaufen dann ein und liefern die Ware täglich ab 17 Uhr. Die Bezahlung erfolgt nach Lieferung.

Redaktionsmitarbeiter Ralph Strobl hat am Dienstagabend den Ersten Vorstand der Michelfelder Kirwaleit e.V. Julian Thumbeck (24) befragt, der im Sinne aller Helfer sehr schnell und bereitwillig Auskunft gab.

Juklian Thumbeck.
Foto: Ralph Strobl.

Seit fünf Tagen (Freitag, 20. März) bietet ihr als Kirwaleit Michelfeld in Zeiten der weltweiten Corona-Krise einen Einkaufservice für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen in der Michelfelder Umgebung an. Wie entstand die Idee und wieviele Helfer sind im Einsatz?
Thumbeck: Wir haben unsere Aktion am 23.03.2020 gestartet. Die verkündeten Ausgangsbeschränkungen waren für uns ausschlaggebend, dass wir unseren Mitmenschen in dieser schwierigen Zeit helfen wollen. Zudem bieten seit letzter Woche auch einige gemeinnützige Vereine in ihrer Umgebung Hilfe an und daraus entstand die Initiative von den Aktiven des Vereins „Michelfelder Kirwaleit e.V.“ auch in unserer Umgebung diesen Service anzubieten. Bei der Nachfrage innerhalb unserer Kirwajugend, wer bereit wäre diese Aktion zu unterstützen, haben wir erfreulicherweise sehr viel positive Resonanz bekommen und es entstand eine Gruppe aus fast 20 Leuten.

Wie viele Personen versorgt ihr derzeit, wie alt sind diese (Jüngste/Älteste) und aus welchen Ortteilen stammen diese?
Thumbeck: Eine pauschale Aussage zu der Anzahl und dem Alter gibt es nicht. Wir haben auf unserem Flyer geschrieben, dass wir den Service für alle Senioren und Menschen mit Vorerkrankung anbieten. Folglich kann bei uns jeder aus den beschriebenen Segmenten anrufen. Wir haben schon viele positive Rückmeldungen zu unserer Bereitschaft bekommen und würden uns sehr freuen, wenn wir möglichst vielen Mitmenschen helfen können. Bei den Ortsteilen haben wir uns auf Michelfeld inklusive Nasnitz, Pferrach, Saaß und Weidlwang begrenzt, da es beispielsweise für die Umgebungen Gunzendorf und Auerbach bereits eigene Koordinatoren gibt. Dazu muss man jedoch sagen, dass wir seit heute Abend (Dienstag, Anm. d. Red.) mit der Organisation "Auerbach - jetz helf i" zusammen arbeiten.

Funktioniert derzeit der „Service“ oder braucht ihr personell beziehungsweise organisatorisch noch Unterstützung?
Thumbeck: Aus der Gruppe der Michelfelder Kirwaleit sind dankenswerterweise sehr viele freiwillige Helfer bei der Organisation und Umsetzung des Einkaufsservice zusammengekommen. Daher sind wir gut aufgestellt.

Wie geht ihr allgemein mit der Situation um und was wünscht ihr euch für die Zukunft?
Thumbeck: Als Gruppe von Jugendlichen, die die Tradition auf dem Dorf aufrechterhalten will, ist es uns vor allem wichtig, dass Jung und Alt zusammenhalten. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist die Gemeinschaft auf dem Dorf und die Unterstützung von Risikogruppen von großer Bedeutung. Im Gegenzug können wir uns auch jederzeit auf die Hilfe der umliegenden Generationen stützen und sind somit froh, wenn wir ihnen mit dieser Aktion in gewissen Rahmen etwas zurückgeben können.



Kirwajugend Michelfeld.
Foto: Privat.

Info-Box:
Einkaufsservice der Michelfelder Kirwaleit e.V.. Bestellmöglichkeit per Telefon oder Nachricht (WhatsApp/E-Mail): Kontaktpersonen sind Nadine Metschl (0151/23364196) und Miriam Lindner (0151/50769429). E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

obl.